Speeder’s Log 06 – Steckachse festgegammelt

Höchst philosophische Gedanken, die einem während der Fahrt kommen, oder einfach die harten praktischen Erfahrungen aus dem Pendel-Alltag mit dem S-Pedelec – das ist „Speeder’s Log“, die Tagebuch-Rubrik auf Speeder’s Corner. Manchmal wird auch einfach nur ein wenig gegrantlt.

Heute: Teil 6 – Gammlige Gabel

Hach, Federgabeln. Eine tolle, aber teure Erfindung! Leider aber auch im Gegensatz zur Starrgabel viele bewegliche Teile, die im Ganzjahreseinsatz permanent Witterung und Salz ausgesetzt sind.

Umso ärgerlicher, wenn das teure Bauteil dann an einer Stelle zum Problem wird, mit der man einfach nicht rechnet: so ist mir in den vergangenen 15.000 km die „Q-Loc„-Steckachse meiner Suntour-Federgabel unrettbar in der linken Achsaufnahme festgegammelt. Ob nun tatsächlich das Wetter verantwortlich war oder die Edelstahlachse zu lange das Alu-Magnesium der Tauchrohre malträtiert hat, darüber kann ich nur spekulieren. Das Resultat war auf jeden Fall maximal unerfreulich: alle Lösungsversuche blieben erfolglos – ein Ausbau des Vorderrads war so nicht mehr möglich. Die letzten gut 1000km wurden im unerschütterlichen Vertrauen an die Pannensicherheit von Mantel und Schlauch gefahren 🙂

Kurzerhand konnte ich an eine Ersatzgabel kommen (danke, Internet). Schaftlänge egal, wichtig waren ja eh nur Tauchrohre und die Steckachse.

1. Federgabel mit Laufrad abmontieren

2. Tauchrohre inkl. Rad abmontieren. Dann: Stichsäge!

„speeder’s log“ wird heute präsentiert von Black & Decker. Notgedrungen.🤷‍♂️
der „point of no return“ ist an dieser Stelle bereits überschritten.

3. Laufrad auf der noch mobilen Seite abziehen, danach fluchend alles wieder mit der neuen Gabel zusammen setzen.

Remove before flight 🙂

Drei Schritte. Klingt einfach? War es tatsächlich überraschenderweise. Alle Schrauben waren nach wie vor beweglich, keine Abrisse oder sonstige unangenehme Zwischenfälle. Der Aus- und Einbau war natürlich auch eine gute Möglichkeit, eine Runde mit Montagepaste und Fett zu drehen. Trotz eineinhalb linker Hände war das Rad also nach zwei Stunden wieder flott.

Zum Glück: bei der derzeitigen Teileversorgung hätten Komplikationen gut und gerne mal ein- bis zwei Monate Autopendeln bedeutet. Und das mag bei dem Wetter sicher keiner 😎

Falls es also euch auch passiert, dass sich die Q-Loc-Achse nach ausgiebiger Wind-und-Wetter-Nutzung nicht mehr bewegen lässt, konntet ihr nun hoffentlich etwas Hoffnung schöpfen. Zwar nicht auf eine günstige Reparatur, aber zumindest auf einen relativ problemlosen Austausch durch ein Neuteil.

Nota bene: Wer gut schmiert, der gut fährt!

Also auf die nächsten 15.000 km! Vermutlich mit engmaschigerer Kontrolle der Achsenbeweglichkeit…

Veröffentlicht von speeder's corner

Betreiber von speederscorner.com - Blog für S-Pedelec-Kultur in Deutschland. Hier schreibe ich über die allgemeine Situation aber auch meine persönlichen Erlebnisse mit dem schnellen Pedelec im ganzjährigen Pendeleinsatz.

8 Kommentare zu „Speeder’s Log 06 – Steckachse festgegammelt

  1. Hallest du immer Fett benutzt beim Einbau? Mein Zouma hat ja ein spezifische Carbongabel die es nicht im Zubehär gibt. Das wäre also richtig doof wenn da mal was passiert. Das Gewinde ist natürlich aucg aus Alu 😉

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    1. Ich vermute, im ersten Jahr und speziell im ersten Winter nicht ausreichend. Danach war es nur ein Spiel gegen die Zeit 😬 hoffe, mit mehr Sorgfalt ist das in Zukunft kein Problem mehr.
      Das mit diesen Spezialbauteilen ist echt ne heikle Sache. Aber Diamant ist ja ne solide Firma, ich könnte mir vorstellen, dass ein Ersatzteil da im Fall des Falls schon gut zu bekommen ist – wenn auch bestimmt nicht günstig…

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  2. Hi,

    genau das ist mir mit der Q-Lock auch passiert. Nach 14.000km und 4 Wintern ging nichts mehr. Ich habe das Problem noch mit einer Rohrzange lösen können. Habe sie dann eingefettet und ( blöderweise ) wieder eingebaut, mangels Alternative. Ergebnis: hängt nach einem Monat wieder fest :-(( . Seitdem vertraue ich auch auf die Pannensicherheit der SuperMoto´s.

    Viele Grüße

    Martin

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    1. Hey Martin! Danke für deinen Kommentar, ich hatte bei der Internetsuche nur wenige Leidensgenossen im Pedelecforum und mtbnews-Forum gefunden. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es mir da exakt genauso ging wie dir: beim ersten Klemmen hat noch Captain Rohrzange mit den Sidekicks Wärme, WD40 und Gewalt die Achse wieder rausgebracht. Danach auch mangels Alternative Achsaufnahme und Steckachse bestmöglichst gesäubert, eingefettet und wieder angebracht. Mit dem Vorsatz, alle paar Wochen die Beweglichkeit zu prüfen. Das ging so lange gut, bis das Rad dann über die Weihnachtsfeiertage bis Dreikönig in der Garage stand – natürlich ohne, dass ich davor die Achse ausgebaut hatte 🤦‍♂️ Danach kam jede Hilfe zu spät.

      Hatte echt wahnsinniges Glück bei meiner Ersatzgabel für kleines Geld. Aber generell kann es nicht die Lösung sein, dass die Steckachse so engmaschig auf Probleme kontrolliert werden muss. Das ist im alltäglichen Pendeleinsatz einfach nicht praxistauglich. Ich hoffe inständig, dass dieser Schaden mit der ausreichenden Schmierung der nicht lädierten Teile nicht auftritt.

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  3. Hi – nun das Problem gibts auch bei starren Gabeln von Chili – QR 20er Steckachse die sich nach nur wenigen Monaten im Wintereinsatz standhaft verweigert geöffnet zu werden wollen – Alu Achse am Gewindebereich mit ausreichend Wärme dazu überredet wieder öffnen zu wollen – neue Achse besorgt und vor Montage komplett neu eloxieren lassen – seitdem herrscht an der Stelle RUHE.
    Mit ausreichend Fett (weisses Campagnolo) montiert, einmal monatlich (oder nach jeder Regenfahrt) demontieren, anschauen und kontrollieren. Neu mit Fett versehen einbauen.

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  4. Naja, da schlägt die elektrochemische Spannungsreihe mal wieder erbarmunglos zu! Edelstahl ist eben, wie der Name schon vermuten lässt, ein edleres Metall als die besagte Alu-Magnesium-Legierung. Wenn nun eine leitfähige Verbindung zwischen den beiden in Erscheinung tritt (hier: Salzwasser) dann kommt es wie es kommen muss: es tritt Kontakt-Korrosion bzw., wie in diesem Fall, Spalt-Korrosion auf.
    Im Grunde genommen kannst Du bei der Werkstoffpaarung gar nichts dagegen tun außer isolieren (hier: Fetten). Alles andere widerspricht leider den naturwissenschaftlichen Gegebenheiten (und die lassen sich meist nur schwerlich überlisten).
    Bei der Carbongabel sollte eigentlich nichts passieren. Könnte aber sein, dass hier keramische oder ebenfalls metallische Reibbuchsen zur Verschleissminderung verbaut sind. Dann läuft es auf den gleichen Effekt hinaus.

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