Speeder’s Log 03 – Frostpausen: Wann bleibt das Rad im Winter stehen?

Im Rahmen der Frostpendeln-Aktion von November bis Februar veranstalten wir in regelmäßigen Abständen Aktionswochen zu verschiedenen Themen, die für das (S-)Pedelec-Pendeln im Winter von Bedeutung sind. Heute an der Reihe:

Frostpausen – An welchen Tagen lasst ihr im Winter euer Rad lieber stehen?

S-Pedelec fahren im Winter! Eine tolle Sache, aber natürlich auf vielen Ebenen anspruchsvoller als in den anderen Jahreszeiten: Es ist kalt. Außerdem ist man als Pendler oft im Dunkeln unterwegs. Und, natürlich der größte Brocken: Glätte durch Schnee und Eis!

Natürlich kann man sich helfen: gegen die Kälte hilft intelligent ausgewählte Kleidung. Mit vernünftigen Scheinwerfern, Rücklichtern und reflektierenden Elementen kann man auch die Gefahren der Dunkelheit minimieren. Aber wie sieht es bei Glätte aus?

Ganz klar: ich möchte auch im Winter nicht aufs SPedelec-Pendeln verzichten, ein hohes Sturzrisiko jedoch vermeiden. Da ich aber keine Spike-Reifen benutze, heißt es für mich ganz pauschal: Straßenglätte ist zu vermeiden!

Hierbei orientiere ich mich an der Vorhersage der Meteomedia-Wetterstationen. Hiervon ausgehend entscheide ich von Tag zu Tag, ob ich das SPedelec wähle oder eine Frostpause angesagt ist – in diesem Fall kommt das Auto zum Einsatz.

Meine Erkenntnisse der letzten Jahre:

  • Die kritischen Bedingungen befinden sich nicht pauschal „unter“ einer bestimmten Temperatur.
  • Eine große Rolle spielt die Niederschlagswahrscheinlichkeit.
  • Der gefährlichste Bereich befindet sich bei Temperaturschwankungen UM den Gefrierpunkt, gepaart mit Niederschlag.
  • Wenn die Temperatur mehr als einen Tag konstant deutlich unter 0° war, sinkt die Glättegefahr. Es sei denn, es regnet (Blitzeis!).
  • Wenn die Straßen geräumt und trocken sind, spielt die Temperatur eine vernachlässigbare Rolle. Ganz im Ernst: Pendeln bei -8° möchte ich gewiss nicht das ganze Jahr über. Aber für ein paar Tage ist es schon ne irre Erfahrung!

Wenn man diese fünf Punkte beherzigt, kann man das Sturzrisiko schon um einen guten Teil verringern. Am wichtigsten sind aber die beiden folgenden Merksätze:

  • Selbst, wenn an einem Wintertag nix auf Glätte hindeuten sollte: Immer mit Glatteis rechnen und dementsprechend fahren! Auch, wenn man die Pendelstrecke kennt wie seine Westentasche: Es gibt immer eine Risikostelle, die man noch nicht auf dem Schirm hat. Und um in einer Kurve den Grip zu verlieren, braucht es nur wenige cm Eis.
  • Wenn ich mir unsicher bin, ob das Glatteisrisiko heute vertretbar oder zu hoch ist, bleibt das Rad stehen.

Nun könnte man annehmen, dass diese vorsichtige Herangehensweise dazu führt, dass ich pauschal drei bis vier Monate im Jahr nicht mit dem S-Pedelec fahre. Tatsächlich waren es in den Wintern der letzten beiden Jahre nur insgesamt wenige Wochen, die ich hinters Lenkrad musste.

Letzte Frage der „Frostpausen“-Themenwochen: „Gab es einen winterlichen Pendeltag, an dem ihr im Nachhinein lieber nicht mit dem Rad gefahren wärt und der euch im Gedächtnis geblieben ist?“

Ein paar Schneeschauer sind mir beim Winterpendeln natürlich untergekommen – Hat allerdings durchaus seinen Reiz und ist bei angepasster Fahrweise auch nicht weiter schlimm. Aber von (Blitz-)Eis oder gar Stürzen bin ich bisher verschont geblieben – toi toi toi!

Insofern muss ich die Fragestellung etwas umdrehen: Es gab tatsächlich einen Pendeltag, an dem in der Früh alles nach „Faaahrrad!“ rief, ich aber trotzdem mit dem Auto gefahren bin: Mitte März, Temperaturen zwar einstellig, aber konstant über 0°, kein Nachtfrost, trockene Straßen. Eigentlich schrie alles in mir, aufs SPed zu steigen und loszufahren.

Eine Stunde später sahen die Straßen so aus:

ja ja, ich weiß, ich bin ein Weichei, und da würde eure Omma ja mit ihrer Dreigang-Torpedoschaltung noch ohne Probleme fahren.

Da der starke Niederschlag auch richtig vorhergesagt und ein Schneefall nicht auzuschließen war, hatte ich mich zunächst zähneknirschend, später dann aber natürlich erleichtert per Auto in die Arbeit bewegt.

Die Moral: Im Winter zahlt es sich aus, nicht aufs Bauchgefühl, sondern auf die Wettervorhersage zu hören.

Euch allen eine sichere Fahrt durch die kalte Jahreszeit!

Die Erfahrungen der anderen #frostpendeln – Teilnehmer findet ihr unter frostpendeln.de

Ein Kommentar zu “Speeder’s Log 03 – Frostpausen: Wann bleibt das Rad im Winter stehen?

  1. Bei uns im Norden ist es eher unwahrscheinlich in so ein Schneegestöber zu kommen. Aber Straßenglätte kommt schon vor. Hier ist es eher Eiskalter Regen der das Pendeln sehr unangenehm machen kann…. Meine beste Anschaffung waren auf jeden Fall echte Winterreifen 🙂

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: