In the heat of the Nachmittag

Zweieinhalb Wochen darf ich jetzt schon mit dem Klever X-Speed Pinion meinen Alltag bestreiten. Durch die Pfingstfeiertage und coronabedingt reduzierte Arbeitszeiten sind meine Kilometerleistungen zwar nicht so hoch, wie ich es gerne hätte. Aber kein Grund zu klagen – frisch ans Werk und ran an den nächsten Stresstest!

Heute zur Heimfahrt hatte ich noch einen kleinen Zwischenstopp eingeplant, welcher meine normale Route von 23 auf 53 km verlängerte. Also flugs die Ladegeräte gezückt und sowohl 850er- als auch 570er-Akku bis zur Kante gefüllt.

Nachdem beim letzten Reichweitentest der große Akku zeigen durfte, was in ihm steckt, war heute der kleine Bruder dran: Nach wieviel Kilometern hatte der leistungshungrige BIACTRON 600w-Motor den 570er-Akku wohl leergesaugt?

Los ging es um 18:00 Uhr bei gut 20° und keinem nennenswerten Wind. Bis auf ein paar 30er-Abschnitte war es auch durchwegs möglich, mit höchster Geschwindigkeit und Unterstützung zu fahren. Das Ergebnis erstaunte: Nach 32 km war der „kleine“ Akku bei 5% SoC angekommen – nur 10 km weniger als der 850er-Akku.

Die Leistungsrücknahme unter 10% bzw 5% war die gleiche. Da der Akku allerdings eine deutlich geringere Kapazität hat als die größere Variante, hatte ich schon im Voraus beschlossen, bei 5% den Reichweitentest zu beenden. Eine Vorsichtsmaßnahme, welche sich als berechtigt herausstellte: Als ich mit 5% zum Akkuwechsel ausrollte, sprang der SoC unmittelbar auf 0% – Schluss mit Unterstützung!

Nach dem Wechsel auf den vollgeladenen 850er ging es dann auf die letzten 20 km gen Heimat. Sofort fiel mir auf, dass Klever wohl bereits schon vor dem Erreichen der 10% Restkapazität die Leistung etwas drosselt – mit vollem Akku entfaltet das X-Speed eine merkbar höhere Unterstützung. Ob die geringere Leistung der niedrigen Kapazität geschuldet ist oder der Motor mit dem kleineren Akku generell nicht die gleiche Power liefert wie mit dem 850er, werde ich noch weiter testen.

Etwa 10 km später – nach ungefähr 75 Minuten Fahrt unter voller Last – blickte ich mal wieder auf die App und siehe da: die Temperaturanzeige des Motors hatte tatsächlich die triple digits erreicht:

Lieber 101 Grad im Motor als 101 gefleckte Welpen, die überall hinmachen.

Nun gut, dachte ich: 10 km to go, dann wird die heutige Testphase um eine weitere Fragestellung erweitert: Nimmt der Motor bei Temperaturen um die 100° irgendwann seine Leistung zurück?

Die Antwort: nein. Zumindest nicht sofort. Es war durchaus möglich, mit voller Unterstützung und bei konstant bleibenden Temperaturen ohne Leistungseinbußen noch den restlichen Weg weiter zu fahren.

Da der Akku am Ende der Fahrt noch lange nicht leer war, spielte ich kurz mit dem Gedanken, den Temperaturstresstest noch etwas auszudehnen. Allerdings entschied ich mich im Hinblick auf meinen immer noch nicht optimal gewählten Sattel und dessen Auswirkungen auf die Anatomie nach 52 km für einen Abbruch. Der Gesundheit wegen. 😉

Erkenntnisse der heutigen Fahrt:

  • Für nominell nur 570 wh kommt man mit dem kleinen Akku erstaunlich weit.
  • Mit den beiden Akkus (850er und 570er) sind Strecken von 70km mit voller Unterstützung möglich. Das finde ich klasse!
  • Der BIACTRON V2 wird unter Vollast recht heiß. Trotzdem liefert er weiterhin volle Unterstützung.
  • mit dem weiteren Herauszögern der Anschaffung eines Brooks-Sattels schade ich eigentlich nur mir selber.

Anmerkung der Redaktion: Ich weiß, Artikel mit vielen bunten Bildern zur Auflockerung lesen sich viel angenehmer. Aber versucht doch selber mal, euch im S-Pedelec-Rausch jenseits der 40 km/h am Riemen zu reißen und zu sagen „jetzt aber Stopp, lass noch ein paar schöne Bilder machen“. Ist schwer – dafür fahre ich einfach zu gerne ohne anzuhalten. Ich gelobe Besserung. Versprochen!

Veröffentlicht von speeder's corner

Betreiber von speederscorner.com - Blog für S-Pedelec-Kultur in Deutschland. Hier schreibe ich über die allgemeine Situation aber auch meine persönlichen Erlebnisse mit dem schnellen Pedelec im ganzjährigen Pendeleinsatz.

2 Kommentare zu „In the heat of the Nachmittag

  1. Das mit dem Abregeln bei niedrigem SOC kenne ich (und du sicher auch) von meinem Haibike mit Yamaha PW. Das ist das Einzige was mich an diesem Motor ärgert. Denn mit dem Original 500 Wh Akku ging es vor allem im Winter auf unter 20% bzw. auch schon unter 10% SOC kurz vor dem Ziel (Büro) – dabei kommt da nochmal eine heftige Steigung von 100 Hm 😦
    Dank des neuen 745 Wh Akkus von BikeVision habe ich damit keine Probleme mehr. Da ist es doch schön zu wissen, dass es nicht nur beim Yamaha so läuft. Ich verstehe den Sinn dahinter nicht, denn um den Akku zu schonen könnte man doch einfach früher auf 0% gehen, obwohl noch ausreichend Saft übrig ist, um die Zellen nicht zu schädigen, oder? So scheint es ja der Bosch zu machen (zumindest der alte Speed).
    Das andere Thema Motor-Temperatur: Yamaha ist ja nicht dafür bekannt, besonders fancy gadgets anzubieten bei Pedelec-Motoren. Ich sehe immerhin die RpM im einfachen Display. Aber viel mehr gibt es ja nicht als die üblichen Daten. Da ist so eine Temperaturanzeige doch hübsch, auch wenn mir eigentlich egal ist ob der Motor kocht – Hauptsache er flutscht 🙂

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